Gemeinde Früher

Die heutige Gemeinde besteht aus den beiden Ortsteilen Helmenzen und Oberölfen. Die erste schriftliche Erwähnung von Helmenzen stammt aus dem Jahr 1459. Das Dorf gehörte von Beginn an zum Kirchspiel Altenkirchen und somit zur Grafschaft Sayn.

Oberölfen ist keltischen Ursprungs und zählt zu den ältesten Siedlungen in unserer Region. Die ersten schriftlichen Erwähnungen von Oberölfen stammen aus dem Jahr 1427. Der Ort gehörte damals wie heute zum Kirchspiel Birnbach.

Zwischen 1652 und 1671 wurde die Grafschaft Sayn in die Reichsgrafschaften Sayn Altenkirchen und Sayn Hachenburg geteilt. Helmenzen lag in der Grafschaft Sayn Altenkirchen und Oberölfen in der Grafschaft Sayn Hachenburg. In Oberölfen wurde deshalb ein Schlagbaum aufgestellt. Hier war das Chaussee Geld, also die Straßenbenutzungsgebühr zu entrichten.

In beiden Orten wurden die früher üblichen Handwerke wie Schumacher, Schreiner, Schmied und Schneider neben dem Ackerbau betrieben.

Schon früh hatte das Gericht vom Amt Altenkirchen seinen Standort in Helmenzen, vor den Toren der Stadt. Den Bürgern von Helmenzen wurde die Aufgabe übertragen das Hochgericht aufzubauen und zu unterhalten. Dafür waren sie frei von verschiedenen anderen Verpflichtungen.

Über die heutige Bundesstrasse 8 fuhren mehrere Jahrhunderte die Postkutschen von Köln nach Frankfurt. Zum Ärger der Helmenzer fuhr die Postkutsche auch über ihre Felder. Im Jahr 1728 lauerten daraufhin einige junge Burschen einer Postkutsche auf und spannten ein Pferd aus, um es als Pfand bis zur Begleichung des entstandenen Schadens zu behalten. Nach einigen Monaten der Verhandlung vor dem Amtmann wurde das Pferd schließlich zurückgegeben.

1797 verübte der im Westerwald sehr bekannte Freischärler und Räuber Balzar von Flammersfeld einen Überfall auf einen französischen Offizier auf der „Cöllnischen Straße“ bei Oberölfen.

1923/24 wurden die Orte an das Stromnetz angeschlossen. Es bildete sich eine Interessengemeinschaft Helmenzen – Oberölfen, zur Schaffung einer elektrischen Licht- und Kraftanlage.

Das erste Schulhaus wurde in Helmenzen 1856 gebaut. Da es nach über 50 Jahren zu klein war, wurde am 1. April 1911 der Grundstein für ein neues Schulgebäude gelegt. Im Rahmen des Gesamtschulverbandes Helmenzen – Oberölfen besuchten die Kinder der beiden Orte ab 1931 gemeinsam die Schule in Helmenzen. Die Schülerzahl betrug damals 55 Schüler. Am 07.06.1973 war der letzte Schultag in der Schule in Helmenzen gekommen und die Ära der Dorfschule ging zu Ende. Die Kinder mussten nun die Schule in Altenkirchen besuchen.

Mit Wirkung vom 1. April 1939 wurde die Gemeinde Oberölfen in die Gemeinde Helmenzen und damit aus der Bürgermeisterei Weyerbusch in die Bürgermeisterei Altenkirchen eingemeindet. 1943 wurde die Zahl der Schöffen auf 2 festgesetzt.

1946/47 wurden eine neue Wasserleitung und ein Hochbehälter gebaut. Die Gräben für die Wasserleitung wurden alle mit der Hand ausgehoben.

Auch im Jahr 1972 war Gemeinsinn gefordert. In Helmenzen wurde die neue Friedhofshalle ihrer Bestimmung übergeben. Viele freiwillige Helfer trugen zum Bau der neuen Halle bei.